Wiener in Hollywood

Neben Max Steiner arbeiteten in den jungen Jahren Hollywoods noch weitere bedeutende Wiener Musikschaffende in der Traumfabrik.

ERNEST GOLD (ERNST GOLDNER)begann mit 6 Jahren das Violinspiel und galt als Wunderkind. 1938 emigrierte er in die USA und wurde in Hollywood von der Filmfirma Columbia engagiert. Für die Musik zu \"On The Beach\" erhielt er einen Golden Globe und eine Oscar-Nominierung. Der Durchbruch gelang ihm 1960 mit \"Exodus\", wofür er neben zwei Grammies auch mit dem Oscar geehrt wurde. Auch für die Abenteuerkomödie \"It\'s a Mad, Mad, Mad, Mad World\" (1963) und die Komödie \"The Secret of Santa Vittoria\" erhielt er eine Golden Globe- und Oscar-Nominierung. Seit 1975 erinnert an ihn ein Stern auf dem Walk of Fame des Hollywood Boulevard.HANS JULIUS SALTERfungierte zunächst als Direktor der Wiener Volksoper, später als Leiter der Musikabteilung der Berliner UFA, für welche er mehrere Filmmusiken schrieb. 1937 emigrierte er in die USA und wurde von Universal Pictures engagiert. Er schrieb an die 100 Filmpartituren - von Western-klassiker bis zu Musicals - und prägte entscheidend den Filmmusik-Stil des Studios. Er galt als \'Master of Terror and Suspense\' - seine Scorings zu \"Black Cat\", \"Frankenstein\" oder \"Dracula\" etc. dienten als Vorbild für dieses Filmgenre. Salter wurde sechsmal für den Oscar nominiert.ERNEST (ERNST) TOCHerhielt für seine klassischen Kompositionen zahlreiche Auszeichnungen, u.a. viermal den Österreichischen Staatspreis. 1933 emigrierte er nach London, wo er mehrer Filmmusiken schrieb - 1935 folgte Toch einem Angebot von Paramount in Hollywood. Für die Filme \"Peter Ibbetson\" und \"Ladies in Retirement\" sowie das Kriegsepos \"Address Unknwon\" erhielt er jeweils eine Oscar-Nominierung. An der University of Southern California war er Professor für Komposition und Philosophie. Zu seinen Schülern zählten u.a. Alex North, Hugo Friedhofer und André Previn. Nach 1950 entstanden sieben große Symphonien, von denen die 3. Symphonie mit dem Pulitzer-Preis ausge-zeichnet wurde. 1960 erhielt Toch den Grammy Award.WALTER JURMANNschrieb mit dem Wiener Textdichter Fritz Rotter eine Vielzahl beliebter Schlager wie \"Veronika, der Lenz ist da\" für die \"Come-dian Harmonists\". 1934 engagierte Louis B. Mayer das Erfolgsduo für MGM. Der \"Hollywood Reporter\" bezeichnete sie als \"Vienna\'s most brilliant composing team\". Im Laufe seiner Karriere wirkte Jurmann an über 50 Kinoproduktionen mit und schrieb mehr als 100 Songs. Zu seinen größten Erfolgen zählen \"Love Song of Tahiti\" von \"Meuterei auf der Bounty\" sowie der Titelsong zum Film \"San Francisco\" von dem mehr als 100 Einspielungen ent-standen und schließlich, nach Judy Garlands Interpretation in der Carnegie Hall, zum Kultlied wurde. Höhe-punkte waren auch die Darbietungen seiner Songs anläßlich der Antrittsreden der U.S. Präsidenten Franklin D. Roosevelt und Jimmy Carter. \"San Francisco\" brachte ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt und wurde 1984 schließlich zur offiziellen Stadthymne ernannt. ARNOLD SCHÖNBERGDer Begründer der atonalen Kompositionsweise übernahm 1923 in abgewandelter Form die von Josef Matthias Hauer entwickelte Zwölftonmusik. Um Schönberg bildete sich schließlich die 2. Wiener Schule. Zu seinen Schülern zählten Alban Berg, Anton Webern und Hans Eisler, welcher nach seiner Emigration nach Los Angeles auch als Filmkomponist arbeitete. 1933 wurde Arnold Schönberg von den Nationalsozialisten aus der Berliner Akademie ausgeschlossen und emigrierte in die USA. Zu seinen Schülern zählten fast alle Filmkomponisten und Arrangeure in den Hollywood Studios, wie z.B. Leonard Rosenman, David Raksin und auch George Gershwin. Seine atonale Musik prägte viele Filmmusiken, wie z.B. John Williams \"Close Encouters of the Third Kind.\"